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RAUM

Aktualisiert: 5. Nov 2020

Dieses Wort in eine gewisse Definition zu zwängen, würde ihm schon seine rohe Bedeutung rauben. Die Freiheit die mit dem persönlichen spezifizieren des Wortes entfallen würde, soll damit erhalten bleiben und Luft zum urteilsfreien fliegen bieten.


Eine Veranstaltung ohne Vorurteile, absoluter Freiheit und grenzenloser Inspiration. Wünschen wir uns nicht alle einmal solch eine Erfahrung?


Genau dies bot RAUM welche am 15. Oktober im Green Club Winterthur stattfand. Schon einige Wochen vor dem Event traf ich den Veranstalter Leandro, der mich über jedes Detail aufklärte. Zusammen besichtigten wir die Räumlichkeiten des Green Club welche normalerweise als Headshop dienen. Viel Holz und Schnitzereinen dekorieren die Ausstattung des Clubs. Unvorstellbar, dass schon einige Wochen später ein kleines Wunderland in den Räumen entsteht.


Am Donnerstag, zwei Wochen nach meinem Treffen mit Leandro, war es dann soweit. Die Veranstaltung war voll im Gange und mir wurde klar, Leandro und sein Team haben geschafft, was mir einige Wochen zuvor noch unvorstellbar schien. Vom Eingang bis zu dem Toilettenbereich wurde alles aufwendig dekoriert. Ich schaute mir alles genau an und war von der Umsetzung einfach nur geflasht.


Den Start des Abends machte die Winterthurer Sängerin Sabina Rüegg begleitet von Michel Demello, der sie mit dem Keyboard unterstütze. Mir ihrer einzigartigen Musik verzauberten sie die Gäste.



Nach einer kurzen Pause kamen die alten Monitore, welche die Bühne schmückten, zum Einsatz. Das live Bild des Performanceraums wurde auf den Bildschirmen wiedergegeben, sodass auch sicher jeder mitbekam, was einen Stock tiefer unter der im Boden eingelassenen Glasscheibe abging. Die Performer/innen bewegten sich zur Musik der DJs, und es schien, als hätten sie den Gästen jede Form von Schamgefühl für einen Moment genommen. Sie präsentierten viel Haut, welche während der Vorstellung mit Farbe eingerieben wurde - beobachtet von den Besuchern, die einen Stock höher im Clubraum durch die Glasscheibe nach unten starrten.


Eine kleine Showeinlage gab es dann auch noch von Leandro selbst. Auf der kleinen Bühne debütierte er einige Songs seines noch unveröffentlichten Albums. Die lustigen wie auch traurigen, trotzdem sehr ernsthaft zu nehmenden Texte der Tracks, welche auf mitreissende Beats gepackt wurden, unterhielten die Besucher.


Nach all den Auftritten und Performances konnte man den Abend im Fumoir zu der von Sanctus Libido und Yung Phallus bereitgestellten elektronischen Musik ausklingen lassen.



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