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Sara fleur body shapes exhibition

Auf dem Weg zur Babalu Bar sah man schon von weitem eine Menge junge Leute. Gut gekleidete Leute, die gemütlich vor der Bar eine Zigarette rauchen. Die Location war crowded und schon am Eingang hatte man Mühe sich durch all die Leute zu schlängeln. Zwischen den für Kälte gewappneten Outfits entdeckte man schon einige tätowierte Haut. Kleine, wie grosse Kunstwerke, die einem nur fantasieren lassen, was sie wohl für eine Geschichte erzählen.

Doch die wohl buntesten und auffälligsten Zeichnungen kamen von einer eher kleinen, feinen Gestalt. Sara Fleur, die mit einem Lächeln auf uns zu läuft. Mit einem Glas Champagner werden wir begrüsst und kurz rumgeführt. Wir kommen nicht weit, den schon am Eingang entdecken wir Sara Fleurs Zeichnungen und bleiben erstaunt stehen. Die Bilder sind simpel doch mit viel Liebe zu Details. Inspiriert von zehn.meter's Shibari Künsten. Feminine Figuren die auf eine erotische, doch ästhetische Art in Seilen gefesselt sind. Die in Rot gezeichneten Seilen komplimentieren die weiblichen Rundungen. Sich machtlos an etwas hin zu geben, dass einem dann ja doch irgendwie gefällt. Vielleicht eine Homage an die Kunst des Tätowierens?

Sara hat mit zwanzig Jahren begonnen zu piercen und sich dann später dem Tätowieren gewidmet. Als Konditorin und Detailhandelsangestellte bis hin zu Nail- Designerin begann ihre Reise in die Arbeitswelt. Wie die Erfahrungen, sammelten sich auch ihre Tätowierungen. Sara’s Style ist bunt, auffällig und etwas ganz Eigenes. Mit sieben Jahren kaufte ihre Familie sich den ersten Fernseher und Sara verbrachte den ganzen Sommer über sich Zeichentrickfilme und Animes anzusehen. Ihr erstes Tattoo widmete sie Spongebob und Patrick. Auch die japanische Kultur, sowie Animes gehört zum Style der achtundzwanzig Jährigen und man entdeckt sie oft auf ihrer eigenen haut, sowie auch auf deren ihrer Kunden.

Nebst dem Tätowieren steht sie durch ihre Tätowierungen, so wie ihr photogenes Gesicht oft vor der Kamera und posiert für verschiedene Fotoprojekte. Im Skinwork Studio, an der Niederdorfstrasse, machte sie sich selbstständig und wurde so zu einer kleinen Berühmtheit in der Schweiz.

Während wir uns hinsetzten und die Kamera bereit machen, sieht man Sara immer wieder durch die Leute schlängeln, um diese zu begrüssen und organisatorisches zu erledigen. So eine Vernissage scheint nicht einfach und wir sind froh nur Gäste zu sein.

Wir erblicken YungRope, der sich hinter der Bar mit einigen Seilen beschäftigt. Gekonnt beginnt er einen jungen Mann zu fesseln und mit verschiedenen Knoten scheint es wie zu einem Teil seines Outfits zu werden. Sara Fleur lässt sich oft von verschiedenen Shibari Rope Künstler inspirieren. Ein Style den sie öfters tätowiert. Ein Markenzeichen so zu sagen. Mit YungRope hat sie das erste Mal gearbeitet. Schon länger verfolgt sie seine Arbeit und durch gemeinsame Freunde haben sich die beiden kennengelernt.


Shibari stammt ursprünglich aus ,,Hojo-jutsu’’, einer Methode der Zurückhaltung von Gefangenen und Form von Folter, bevor es sich im späten 19. Jahrhundert in die erotische Knechtschaft ,,Kinbaku’’ (übersetzt "die Schönheit der engen Bindung") verwandelte. Im Mittelpunkt der Kunst steht das Erstellen von Mustern, die die natürlichen Kurven des meist weiblichen Körpers kontrastieren und ergänzen. Die Schönheit liegt in der Gegenüberstellung: nackte Haut gegen raues Seil, ein Gefühl der Ruhe gegen die Messerkante des Risikos.




Viel Ruhe hatte Sara an diesem Abend nicht, jedoch war ihre erste Vernissage ein voller Erfolg. Nebst einem gelungenen Event konnte sie einiger der Bilder verkaufen und zwei der Kunstwerke wurden sogar schon auf Haut verewigt.


Wir freuen uns schon auf die nächste Vernissage und bedanken uns noch mal herzlich bei Sara für den großartigen Event.


Homepage: http://www.sarafleur.com/aboutme.html

Skinwork Hompage: http://www.skink.ch/sara-fleur

Bei Tattoos Anfragen: SARAFLEUR-BOOKING@HOTMAIL.COM

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