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STERIL ELEKTRONISCH - PIAGGIO CIAO BOYS 005

Aktualisiert: 2. Aug 2020

Nach einer Kleiner Sommerpause sind wir nun zurück. Eines der Coolsten Duos des Landes erzählen von sich, Erlebnissen, Plänen für die Zukunft und vielem mehr!


Die Jungs aus dem Bündnerland bringen der Schweiz schon seit 3 Jahren den guten Sound. Sie überraschen immer wieder aufs Neue mit ihren Sets und spielen sich Queer durch die Genres.


Carlo, 29, studiert Soziologie und Politologie an der UZH und arbeitet auf dem Park Platz, findet elektronische Musik toll aber Clubbing ist voll nicht sein Ding.


Louie, 26, hat an der ZHDK Cast / Audiovisual Media studiert und arbeitet als Videoproduzent, Motion Designer und Grafiker. Er ist im Vergleich zu Carlo weniger der „nerdy Digger“, dafür mehr der Raver. Dancefloors sind sein zweites zu Hause.


Wie habt ihr euch als DJ-Duo gefunden?


Carlo: Das ist eine lange Geschichte...


Louie: Mit Raves in Kontakt gekommen bin ich in Teenie-Jahren in Chur. Nachdem ich immer wieder bei Veranstaltungen involviert war und auch selber Raves organisierte, wollte ich dann endlich in Zürich mal was machen. Als ich ca. 1 Jahr in der Stadt war, waren Carlo, der schon länger auflegte und viel an meinen Raves gespielt hat und Christian aka „Beaurice“ am Start, um das mit mir zu machen. Sie haben mich überredet mit Carlo zusammen ein Set zu spielen. Christian, hat mir dann einfach seine Plattenspieler, einen Mixer und 5 Platten vorbeigebracht und zeigte mir wie es geht. Ich habe dann 2 Monate geübt und mit CDJs und zittrigen Knien mein erstes Set vor 300-400 Leuten gespielt. Da haben wir uns dann gefunden. Das war 2017. Ich habe damals auch Lukas Hess kennengelernt, bei dem ich die Function One für den Rave gemietet habe. Er wurde so auf uns aufmerksam und hat uns irgendwann einfach ein Eisbaer Booking gegeben. Von da an ging es los und es kamen immer neue Bookings, obwohl ich am Anfang nie bewusst DJ werden wollte.


First record you guys Bought?

Louie: Ich glaube meine erste Platte war von Nightmares on Wax, In a space outta Sound hiess das Album. Erste CD als Knirps war DJ Bobo und erste Platte mit der ich Beat-Matchen übte war die Boo Williams - Residual EP. Die ist mir bis heute nicht verleidet.


Carlo: Generell - Enter the Wu Tang (36 Chambers)/ Elektronisch - Adolf Stern – More, I like it.

Eine Nacht, die euer DJ Dasein verändert hat?


Carlo: Nicht zwingend das DJ Dasein verändert, aber unglaublich erweiternd für mein Denken bezüglich der Aufgaben einer Person die auflegt war eine Nacht im Revier. John Lemon spielte ein Downtempo Set (nicht diesen Teppichtechno-Müll), in welchem er ab und an runtergepitchte Tracks, beispielsweise von Ciara, einbaute. Ich bin beinahe durchgedreht, weil alles unglaublich gut ins Set integriert war und einfach passte. Ansonsten würde ich noch unsere «Amore Motore» Nacht in der Zukki mit Titia in Betracht ziehen, welche sich mit Bestimmtheit positiv auf uns als DJ Duo auswirkte.


Louie: Die «Amore Motore» mit Titia war krass! Würde ich auch als Highlight bezeichnen. Vielleicht noch das Chateau RW9 Booking, an dem kleinen Festival im Burgund im Jahre 2018, wo ich nach einer unglaublich tollen Woche Aufbau, dann das Festival mit Carlo zusammen am Donnerstag eröffnen durfte.


Was sind grössere Projekte in der Zukunft, an denen Ihr arbeitet?


Carlo: Seit längerem befindet sich bei mir eine Homepage in der Pipeline, welche sich einerseits mit Pionier*innen der elektronischen Musik wie Doris Norton, Mike Banks oder Edgar Froese beschäftigt, andererseits auch als Plattform für interessante Künstler*innen dienen sollte. Bisher hatte ich noch nicht den Mut, sie öffentlich zu machen. Aber vielleicht bald mal. Vielleicht mal das Produktionshandwerk ein wenig besser erlernen ist auch so eine Idee.


Louie: Ich arbeite mit einem tollen Team an einem grösseren Festival-Projekt für nächstes Jahr. Eigentlich waren wir im März schon ready, um online zu gehen, Corona hat uns dann aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt planen wir aber für Sommer 2021. Wir wollen ein mehrtägiges Festival für elektronische Musik in der Schweiz machen, dass es schafft die Szene über Kantonsgrenzen hinweg zu vernetzen und das in erster Linie auch einfach Spass machen soll. Unserer Meinung nach fehlt ein Mittelgrosses Festival für elektronische Musik in der Schweiz, wo man auch übernachten kann und diese Lücke wollen wir schliessen. Wir haben einen Hammer Ort gefunden, das Legler-Areal, eine alte Spinnerei und Weberei in den Glarner Alpen. Merkt euch den Namen «Alpodrom», da kommt bald was...


(Location für das Alpodrom Festival)


Wo holt ihr euch eure Inspiration?


Carlo: Dafür muss man nicht allzu weit gehen, Inspiration findet man hier in Zürich genug. Was mich sehr positiv gestimmt hatte, war der Community Stream von Ozelot. Einerseits konnte man viele unterschiedliche Künstler*innen hören, welche man bis anhin vielleicht nicht so auf dem Radar hatte, andererseits gab es ein, zwei Artist*innen, die einfach ihr Ding durchzogen. Wie beispielsweise Julian Zehnder, der nur klassische Musik spielte. Solche Sachen find ich geil, ein wenig aus der Reihe tanzen und dadurch ein ganzheitliches musikalischen Bild fördern. Zudem kennt man mittlerweile viele Leute aus der Szene und führt hin und wieder auch Gespräche, welche den persönlichen Horizont erweitern können. Man darf sich, denke ich mal, einfach nicht von Vorurteilen gegenüber Genres beschränken lassen, dann kommt Inspiration mit beinahe jeder Interaktion. Falls ich mich aber wirklich auf die Musik konzentrieren möchte und tolles Zeugs aus den 80er und 90er finden

will, gehe ich gerne nach Brüssel und klappere diverse Second Hand Vinyl Shops ab. Der Vibe in dieser Stadt ist einfach anders als hier, wesentlich rougher, und das inspiriert mich sehr.


Louie: Ich hole mir viel Inspiration auf dem Dancefloor, das war ja jetzt zwar eher schwieriger in letzter Zeit. Letztes Wochenende waren wir aber an einem schönen kleinen Techno-Festival in Scuol, wo mir die Sets von den Distressed Public Jungs sehr gefallen haben, vor allem Muro hat ganz krass gespielt. Solche Erfahrungen inspirieren mich gleich auch wieder diggen zu gehen. Aber wie Carlo es sagt, in der ganzen Stadt läuft so viel und es ist immer etwas im Gange, da gibt es endlose Inspirationsquellen. Wenn ich aber noch jemanden herausstreichen müsste, der mich über die Jahre mit seinen Sets, als Mensch und seinem unglaublichen Drive „alles auf nächstes Level zu bringen“ inspiriert hat, war es sicher Manuel Fischer, dem wir auch einiges zu verdanken haben. «Er isch eifach a geila Socka!», wie es ein Raver im Cuadro22 mal treffend formuliert hat.


Von wo habt ihr euren speziellen Namen?


Mit dem ersten Booking von Luki nach unserem Outdoor-Rave 2018, brauchten wir ja auch einen Namen und zwar möglichst schnell. Zeitstress. Wir haben dann so eine Liste erstellt und ewig lang rumstudiert, was ja meistens nicht funktioniert. Am letzten Tag, wo wir den Namen für das Eisbær-Line Up abschicken mussten, haben wir mit Freunden in der Rio-Bar gehängt, wo wir damals beide arbeiteten. Ich habe dann mit jemandem über meine alten Töffli-Zeiten gesprochen und plötzlich ist mir der Name Piaggio Ciao Boys in den Sinn gekommen. Das hat für uns beide gleich geklickt. (Obwohl „G-Force-Riders“ oder „Subaru Impreza Boys“ waren schon auch top haha)


Wo kann man euch das nächste live erleben?


Burg Ehrenfels Festival von Freunden, danach ist’s momentan ziemlich still.

Was können wir von eurem Mix erwarten


Carlo: Mal schauen, vielleicht ein wenig New Beat, vielleicht ein bisschen Industrial oder Trance, sicher ein zwei Breaks und teils ein Synth, möglicherweise ein Trap Track, mit Bestimmtheit alles schlecht gemixt :)


Louie: Haha, wir werden sehen. In der Regel sprechen wir uns selten richtig ab, aber das ist auch das Schöne daran, dass ein Set dann auch eher voll im Moment entstehen kann. Ich habe in letzter Zeit viel UK Bass und Jungle gehört (Checkt den Channel «Keep Hush Live» auf YouTube.) Mal sehen, ob ich davon was in den Mix einbauen kann.

Der Podcast von Piaggio Ciao Boys erscheint nächsten Donnerstag am 06.08.2020 auf Soundcloud.


https://soundcloud.com/sterilelektronisch





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